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23. Juni 2026

Wer nicht fragt, baut für niemanden

Viele Gründer bauen für Probleme, die ihre Zielgruppe längst gelöst hat. Warum drei Gespräche mit der Zielgruppe wichtiger sind als der erste Prompt.

Ein Gründer baut monatelang ein Branchentool für eine klar definierte Zielgruppe. Sauberes Interface, automatische Erinnerungen, Stripe-Integration. Er launcht, bekommt höflichen Applaus — und dann fast nichts.

Das Problem: Die Zielgruppe hatte das Problem schon gelöst. Mit einem kostenlosen Tool und einer Tabelle. Sie wollten nicht wechseln. Er hat nie gefragt. Er hat angenommen.

Monate seines Lebens.

Das ist kein Ausnahmefall

Diese Geschichte passiert ständig. Die Branche wechselt, der Zeitraum wechselt, aber die Grundstruktur bleibt dieselbe. Jemand sieht ein Problem, nimmt an dass andere es genauso sehen, baut eine Lösung, und stellt dann fest dass die Annahme falsch war.

Das Erschreckende daran ist nicht die verlorene Zeit. Es ist wie selbstverständlich die Annahme war. Natürlich hat die Zielgruppe dieses Problem. Natürlich wollen sie eine bessere Lösung. Das klingt so logisch, dass man vergisst es zu überprüfen.

Vibe Coding macht das schneller, aber nicht besser

Mit KI-Tools kannst du dasselbe Produkt heute in drei Wochen statt acht Monaten bauen. Das klingt nach Fortschritt. Es ist aber nur Geschwindigkeit.

Die Annahme dahinter bleibt dieselbe. Auch wenn der Code stimmt, kann das Produkt kaputt sein. Du baust schneller und stellst schneller fest, dass niemand es wollte. Drei Wochen statt acht Monate ist besser, keine Frage. Aber auch drei Wochen sind drei Wochen zu viel, wenn das Fundament nicht stimmt.

Was vorher kommen muss

Bevor du baust, musst du wissen ob jemand kauft.

Nicht ob jemand das Problem hat. Ob jemand bereit ist, für eine Lösung zu zahlen und zu wechseln. Das sind zwei verschiedene Fragen. Viele haben das Problem. Wenige haben es schlimm genug um etwas daran zu ändern.

Den Unterschied herauszufinden ist deine Aufgabe als Gründer — nicht die eines Tools und nicht die eines Entwicklers. Es sind Gespräche. Echte Gespräche mit echten Menschen aus der Zielgruppe, bevor eine einzige Zeile Code geschrieben wird.

Drei Gespräche mit der richtigen Frage reichen oft: “Wie löst du das gerade?” Die Antwort zeigt dir ob du ein echtes Problem löst oder ein gelöstes Problem neu verpackst. Die meisten Gründer stellen diese Frage nie — weil sie Angst vor der Antwort haben oder weil bauen einfacher ist als fragen. Rob Fitzpatrick hat dafür The Mom Test geschrieben. Die meisten lesen es nach dem Launch.

Was ich beim MVP mache

Ich baue keine Apps für Gründer, die nicht wissen ob jemand dafür zahlt.

Der erste Schritt ist immer: Idee schärfen. Ich helfe dir die richtigen Fragen zu formulieren — was ist das Problem, für wen genau, warum lösen sie es noch nicht besser, was muss passieren damit sie wechseln. Die Gespräche mit deiner Zielgruppe führst du selbst. Ich helfe dir danach, die Antworten in einen konkreten Scope zu übersetzen.

Erst wenn diese Grundlage steht, sprechen wir über Technik und Bau.

Das ist langsamer als direkt mit Cursor oder Lovable loszulegen. Denn dort sagt die KI immer Ja zu deiner Idee, egal ob sie validiert ist. Aber es ist das einzige, das verhindert dass du wochen- oder monatelang baust und dann erklärst, warum niemand kauft.

Michael Schreier
Michael Schreier

Diplom-Informatiker · 25 Jahre Entwicklung · LinkedIn

mvpvalidierunggründer
mvp
$ mvp --idea deine-idee --validate first
[?] Weiß du ob jemand dafür zahlt?

Konzept · Scope · MVP · Launch

Michael Schreier

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