27. Oktober 2026
Bewerbung schreiben lernt man. Sprechen nicht.
In der Schule üben Jugendliche den Lebenslauf, aber kaum das Gespräch. Warum ich eine App gebaut habe, in der Azubis ihr Vorstellungsgespräch laut üben.
Eine Bewerbung für eine Ausbildung hat zwei Teile. Erst schreibst du: Lebenslauf, Anschreiben, Zeugnisse. Dann sprichst du: Vorstellungsgespräch.
Der erste Teil ist in der Schule ein Thema. Es gibt Vorlagen, Beispiele, einen Lehrer, der drübersieht. Der zweite Teil kommt meist nicht vor. Du sitzt zum ersten Mal einem Fremden gegenüber und sollst erklären, warum du den Beruf willst. Und das ohne Probe.
Lesen hilft nur begrenzt
Es gibt Listen mit typischen Fragen. „Wo siehst du dich in fünf Jahren?“ „Was sind deine Stärken?“ Die Listen sind nützlich. Du siehst, was auf dich zukommt.
Aber Antworten lesen ist etwas anderes als Antworten sagen. Im Kopf klingt dein Satz klar. Laut ausgesprochen stolperst du nach dem dritten Wort. Das merkst du nur, wenn du es wirklich sprichst.
Üben mit Eltern oder Freunden geht, und manche Jugendliche haben das Glück. Viele nicht. Die Eltern wissen nicht, was der Betrieb fragt. Die Freunde lachen. Und vor Publikum üben ist selbst schon Stress.
Was ich gebaut habe
Deshalb gibt es vorstell.bar. Das ist eine App, in der du dein Vorstellungsgespräch laut übst. Du wählst deinen Wunschberuf, zum Beispiel Kfz-Mechatroniker oder Bürokauffrau. Dann sprichst du mit einem KI-Interviewer, der dir Fragen stellt, die zu diesem Beruf passen. Nach dem Gespräch sagt er dir, was gut war und was du besser machen kannst.
Wie ein solches Gespräch Schritt für Schritt abläuft, steht in einem eigenen Beitrag. Das Wichtigste daran: Du übst allein. Niemand sitzt daneben, niemand bewertet dich. Du kannst dieselbe Antwort fünfmal sagen, bis sie sitzt. Und du kannst abends um zehn üben, wenn du morgen früh den Termin hast.
Für wen das gedacht ist
Für Jugendliche und Azubis ab etwa 15, die sich auf eine Ausbildung bewerben. Die App ist auf Deutsch, die Gespräche auch. Sie gibt es für iOS und Android.
Sie ersetzt kein echtes Gespräch und keinen Menschen, der dir Rückhalt gibt. Sie macht das Gespräch nur weniger fremd. Was die KI dabei übernimmt und was nicht, habe ich separat aufgeschrieben. Wer die Fragen schon einmal laut beantwortet hat, geht ruhiger hinein.
Warum ich das gemacht habe
Ich baue Software mit KI und schreibe hier meistens darüber, wie man das sauber macht. Bei vorstell.bar wollte ich ein Produkt, das einem konkreten Menschen an einer konkreten Stelle hilft. Ein Vorstellungsgespräch ist so eine Stelle. Es ist kurz, es entscheidet viel, und kaum jemand bereitet sich darauf vor, weil es keine gute Möglichkeit dazu gab.
Wenn du jemanden kennst, der gerade Bewerbungen schreibt: Er kann die App ansehen. Ob sie ihm hilft, merkt er schon nach dem ersten Gespräch.
Diplom-Informatiker · 25 Jahre Entwicklung · LinkedIn
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